Freitag, 29. September 2017

Des Dozenten persönliche Präsenz hinter Lerninhalten

Ich glaube, wenn man heute wen etwas lehrt, dann kommt es nur vordergründig auf Inhalte, Bücher, Unterlagen und Vermittlung an. Schon - doch ...

Ich bin der Überzeugung, dass es eher eine Frage ist, wie präsent, wie selber verbunden man hinter dem steht und es lebt, was man vermittelt.

Im ersten Moment, also noch im Unterricht, während der Kurse, werden junge Menschen rumschnöseln, prokrastinieren, sich möglichst Rosinen rauspicken und sich selbstoptimieren bis hin zum 'Wunschkonzert' - und das muss man einfach aushalten und zuletzt professionell abgrenzen.

Denn später, sehr viel später erinnern sich Teilnehmende an Inhalte und Theorien, Schulen und Konzepte weniger in der Form der Blätter, Folien, Raster und dem Gelernten, als dass sie sich in der nun betroffenen Situation daran ZURÜCKERFÜHLEN, "wie-m
an-etwas-wofür" in seiner eigenen Haltung und Präsenz vermittelt hat.


Bild: Pixabay / COO creative commons

Die Teilnehmenden spüren dann dank dem damaligen Selbstheit des Dozenten, wofür die Inhalte vermittelt wurde, die für Jene vorerst unbetroffen standen und meinten, sie hätten damit nichts zu tun. Doch. Dann wenn das eintrifft, im ersten Streit, beim ersten Projekt, bei der Verhandlung, der Kündigung, bei einfach jeder Art von Interaktion die einem selbst betroffen macht, ob erfolgreich oder scheiternd bestreitend, wird nur das gewahr, was emotional damals der Anteil war, für den man den Dozenten "irgendwie schräg" hielt.

Und dann, dann kommt der ganze Stoff hoch, die Konzepte, die Handlungsschritte, die Vorgehensweisen. Und man denkt: Was macht der alte Dozent von damals wohl? Wie geht es ihm? Weiss er, dass ich heute tue, was er damals "predigte"?

Die damaligen "Stoff-Konsumenten", die bloss wissen wollten, WAS genau denn geprüft werden würde ohne gross nach dem WARUM zu fragen, sie stehen auf einmal vor dem WOFÜR und verstehen erst dann, was es nun bedeutet, das WIE zu wissen oder Erfahrung darin zu haben.



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